1. Preis: Wilhelm-Röpke-Schule & Bertha-von-Suttner-Schule

Wilhelm-Röpke-Schule (Kaufmännische Schule)
Tel: 07243 - 500701
OStD’in Petra Kerth
Bearbeiter: Kurt Fetzer
Bertha-von-Suttner-Schule (Landwirtschaftliche Schule)
Tel.: 07243 - 500801
StD Otto Brecht
Bearbeiter: Güter Denninger
76275 Ettlingen, Beethovenstraße 1

Hier haben sich zum ersten Mal eine kaufmännische und eine landwirtschaftliche Schule gemeinsam beworben. Beide Schulen sind räumlich in einem Beruflichen Schulzentrum zusammen mit einer Gewerbeschule untergebracht. Alle drei Schulen sind jedoch rechtlich eigenständig mit eigenen Schulleitungen. Die kaufmännische und landwirtschaftliche Schule bieten gemeinsam eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann mit der Zusatzqualifikation „Agrarwirtschaft“ an. Wegen der Nähe zu Frankreich und den dortigen Filialen des Agrarhandels wird auch noch die Fremdsprachenkompetenz mit 80 Stunden Französischunterricht gefördert, zumal die Azubis überwiegend leistungsstark und leistungsbereit sind.

Die so ausgebildeten jungen Leute sind in der Lage, aufgrund ihrer fundierten kaufmännischen und agrarwirtschaftlichen Ausbildung, Kunden aus der Landwirtschaft und dem Gartenbau qualifiziert zu beraten. Insbesondere die Raiffeisen-Zentralgenossenschaft in Karlsruhe mit Niederlassungen im Elsass unterstützt diese Ausbildung nachdrücklich, in dem sie jährlich bis zu 20 Auszubildende einstellt, um so diese spezielle Zusatzausbildung im Klassenverband zu sichern. Die Schüler kommen aus ganz Baden und werden während der geblockten Unterrichtszeiten in einem Wohnheim untergebracht.
Dieses Modell wurde von beiden Schulen im Jahre 2000 / 2001 in Zusammenarbeit mit der Raiffeisen-Zentralgenossenschaft Karlsruhe entwickelt und wird von der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe, den Landjugendverbänden, dem Bauernverband und dem Ministerium Ländlicher Raum Baden-Württemberg nachhaltig unterstützt.
Die Schüler werden im ersten Jahr drei Tage wöchentlich in der Landwirtschaftlichen Berufsschule an der Bertha-von-Suttner-Schule zusammen mit den Landwirten unterrichtet. Die Fächer Allgemeine Wirtschaftlehre und Rechnungswesen werden gleich in der Grundstufe von einem Lehrer der kaufmännischen Wilhelm-Röpke-Schule angeboten, der diese Fächer im zweiten Jahr in der Fachstufe I fortführt. Dann wechseln die Schüler bis zum Abschluss ihrer Ausbildung zur kaufmännischen Schule, erhalten aber weiterhin wöchentlich vier Stunden Unterricht in der landwirtschaftlichen Berufsschule. Hier haben sie auch Gelegenheit, weitere zertifizierte Zusatzqualifikationen zu erwerben, z.B. den Sachkundenachweis der Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung nach einer schriftlichen Prüfung. Ebenso gehört auch eine Prüfung in Fachkunde: „Agrarhandel / Gartenmärkte“ sowie „Fachkunde-Agrar“ zum obligatorischen Pflichtprogramm nach Absprache mit den Ausbildungsbetrieben. Entsprechende Zertifikate werden ausgestellt.
Zum landwirtschaftlich orientierten Bildungsprogramm gehören noch zusätzliche Seminare mit Feldbegehung zu den Themen: Heimtiernahrung, Pflanzenschutz, Schädlingsbekämpfung, Futtermittel
und Pferdezucht.
Die Ausbildung endet mit der gemeinsamen Schul- und Berufsausbildungsabschlussprüfung nach dem Baden-Württemberger Modell in der Berufsschule (schriftlich) und vor der Industrie- und Handelskammer (mündlich). In der mündlichen Industrie- und Handelskammer-Prüfung wirken die Ausbilder der Ausbildungsbetriebe als Prüfer mit.
Zu dem Projekt gibt es eine ansprechende Öffentlichkeitsarbeit mit erstaunlich guter und vielfältiger Resonanz in den Medien.
