Stiftung Wirtschaft und Erziehung

5-Jahresfeier Stiftung Wirtschaft und Erziehung

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Am 14. Oktober 2002 wurde die Stiftung Wirtschaft und Erziehung gegründet, so dass im Oktober 2007 ein erstes kleines Jubiläum gefeiert werden konnte. Der Stiftungsvorsitzende Manfred Weichhold ging in seiner Begrüßungsrede bei der Fünf-Jahresfeier, die am 18. Oktober 2007 in der BBBank in Karlsruhe stattfand, auf die erstaunlich gute Entwicklung in den letzten Jahren ein.

Für den erkrankten Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung, Walter Schmich, gratulierte Friedrich Graser, ehemaliges Kuratoriumsmitglied, wünschte der Stiftung kräftiges Gedeihen und unternahm einen Rückblick und Ausblick auf ihre Aktivitäten bei der Unterstützung der kaufmännischen Ausbildung in Betrieben und Berufsschulen. Er lobte die stets aktuellen Themen für die vergebenen Berufsschulpreise und dankte der hochrangig besetzten, unabhängigen Jury für die sicherlich oft schwierige Auswahlarbeit. Sein Dank ging auch an die Spender und Zustifter, mit deren Hilfe das bisherige erfolgreiche Wirken der Stiftung für die kaufmännischen Schulen erst möglich war und fortgesetzt werden kann.

Außenansichten hinsichtlich der Stiftung und ihrer Arbeit waren im Programmablauf der Feier ebenfalls vorgesehen. Andreas Haag, Vorstandsmitglied der BBBank Karlsruhe, dem die Ehre der Ausrichtung der Festveranstaltung zukam, betonte insbesondere die Stellung der Stiftungsarbeit an der Nahtstelle zwischen Ausbildung und Wirtschaft. Er merkte an, wenn es die Stiftung nicht schon gäbe, dann müsste sie schleunigst gegründet werden. Margret Mergen, Finanz- und Wirtschaftsbürgermeisterin der Stadt Karlsruhe, wies auf die gestiegene Mitgliederzahl des Freundeskreises und Sponsoren der Stiftung sowie die Höhe der ausgelobten Preise hin, was sie nicht als Kritik am öffentlichen Schulwesen ansah sondern als Anreiz zur Leistungssteigerung. Sie dankte der Stiftung, insbesondere dem Stiftungsvorsitzenden, für die geleistete Arbeit und die daraus für viele hervorgehende Bereicherung, wenn Gutes getan und honoriert wird. Georg Stahmer, Vorsitzender der am 15.09.2007 gegründeten Stiftung Wissen plus Kompetenzen in Karlsruhe, hob die Leistungen und die Dynamik der Stiftung Wirtschaft und Erziehung in den letzen fünf Jahren hervor, die damit einen herausragenden Beitrag zur Verbesserung der Aus- und Weiterbildung liefert.

Den Festvortrag hielt Professor Dr. Thomas Deißinger, Ordinarius für Wirtschaftspädagogik von der Universität Konstanz, zum Thema „Der europäische Qualifikationsrahmen - Vorgaben, Probleme, offene Fragen". Er ging dabei auf den Problemkontext von europäischem Qualifikationsrahmen, deutschem Qualifikationsrahmen und ECVET ein. Neben der Schwierigkeit einer Festlegung von Niveaustufen und deren Zahl sowie der Bestimmung und Ausdifferenzierung von Kompetenzdimensionen lag ein Schwerpunkt auf den Problemen bzw. Konfliktpotentialen aus deutscher Sicht, sowohl auf bildungspolitischer wie auch auf didaktischer Ebene. Als Hindernisse im deutschen Kontext sprach Professor Deißinger die systematische Trennung von Bildungswegen und Bildungsbereichen, die zentrale Bedeutung der dualen Berufsausbildung und von „Signalzuschreibungen", die Ausbildungswege und -abschlüsse auf dem Arbeitsmarkt erfahren, sowie die auf das Berufsprinzip rekurrierende Betonung der institutionellen und curricularen Normierung der Berufsausbildung an. Den Abschluss des Vortrags bildeten in diesem Zusammenhang berufspädagogisch wie auch bildungspolitisch relevante Fragen: Wie sollen Berufsvorbereitung, berufliche Vollzeitschulen und Trägermaßnahmen im Rahmen des Nationalen Qualifikationsrahmens berücksichtigt werden? Kann/darf es unterschiedliche Kompetenzniveaus bei den Ausbildungsberufen gehen? Und: Wie gehen wir mit non-formal und informell erworbenen Kompetenzen um?

In der nachfolgenden Gesprächsrunde zum Thema „Dual mit Wahl" legten ihre Positionen dar

OStD Rolf Becker, Vorsitzender der kaufmännischen Direktorenvereinigung von Baden-Württemberg,

StD Herbert Huber, Vorsitzender des Landesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen in Baden-Württemberg, jetzt stellvertretender Vorsitzender des fusionierten Berufsschullehrerverbandes Baden-Württemberg,

Annette K. Nimzik, Leiterin der Personalentwicklung Konzern, RWE AG, Essen und

Dr. Dirk Seifert, Geschäftsbereichsleiter Ausbildung der IHK Karlsruhe.

Die Diskutanten vertraten übereinstimmend die Ansicht, dass das zur Diskussion stehende DIHK-Modell „Dual mit Wahl", sicherlich einen wirkungsvollen Beitrag gegen die leider ausufernde Zersplitterung der Ausbildungsberufe leisten könne. Allerdings liege es jetzt an den Sozialpartnern bei der Novellierung bestehender und Konzeption neuer Ausbildungsberufe endlich Nägel mit Köpfen zu machen. So könnte das in einzelnen Berufen als notwendig erachtete und zu vermittelnde Spezialwissen problemlos durch Wahlbausteine als Zusatzqualifikationen in die Ordnungsmittel aufgenommen werden.

Zum Abschluss dieser eindrucksvollen Veranstaltung dankte der Vorsitzende der Stiftung den Mitgliedern des Freundeskreises, den Sponsoren sowie allen ehrenamtlich Mitwirkenden für ihre finanzielle, ideelle und tatkräftige Unterstützung der Stiftung. Dank dieses erfreulichen Engagements ist die Stiftung weiter im Aufwind zur Förderung der kaufmännischen Aus- und Weiterbildung und der zukünftigen Leistungsträger in Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Bildung.

Dr. Lüdecke-Plümer